Exkursion in die Niederlande zum Thema „Sicherheit bei steigenden Geschwindigkeiten des Radverkehrs“

Die Niederlade sind bekannt für gute Radverkehrsinfrastruktur und getrennte Führungen „exklusiv“ für den Radverkehr. Der Arbeitskreisleiter „Pedelectaugliche Infrastruktur“ der FGSV, Uwe Petry von VAR+ wollte es in Bezug auf die Nutzung von Pedelecs und S-Pedelecs genauer wissen und hat Radexperten aus Deutschland, Schweiz, Österreich und den Niederlanden zu einer zweitägigen Exkursion in die Universitätsstadt Breda (NL) eingeladen.
Das Highlight waren drei Exkursionen zur Besichtigung und zum Testen der Radverkehrsinfrastruktur mit Pedelecs und S-Pedelecs. Für die Exkursionsleitung konnte die niederländische Radprofessorin Ineke Spape gewonnen werden, um tiefere Einblicke in Planung und Umsetzung zu erhalten.
Am ersten Tag standen u. a. die innerörtliche Infrastruktur, der Radschnellweg Breda – Tilburg, Knotenpunktlösungen und Fahrradabstellanlagen auf der Tagesordnung. Ineke Spape hob die niederländische Ausführung der, so wörtlich, „von Deutschland kopierten Fahrradstraße“ mit dem wichtigen Hinweis „Auto zu Gast“ hervor.
Am zweiten Tag wurden außerörtliche Führungen für den Radverkehr unter die Lupe genommen. Auffällig ist die gut sichtbare Verkehrsraumgestaltung mit hohem Wiedererkennungswert und eindeutigen Gestaltungsmerkmalen. Neben getrennten Radverkehrsführungen verschafft der Schutzstreifen außerorts mit Tempo 60, enger Kernfahrbahnen und regelmäßigen Plateauaufpflasterungen einen hohen Sicherheitsgewinn auf geringer belasteten Straßen. Das Instrument Fahrradstraße ist hier mit einem breiten baulich ausgeführten und erhöhten Mittelstreifen sehr gut visualisiert, den Verkehrsteilnehmenden wird auf vorbildliche Weise die Spielregel „Auto zu Gast“ auch außerorts verdeutlicht.
Ermöglicht haben die Exkursion der Hersteller Possehl Spezialbau (Velo Grip), für die Bereitstellung der erforderlichen Pedelecs und S-Pedelecs sorgten die Firmen „Bike2Furture“ und „Riese & Müller“, der Premiumhersteller für die Zweiradelektromobilität in Deutschland. Allen drei Firmen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Wir alle sind uns einig: Eine klimafreundliche Verkehrsraumgestaltung sorgt nicht zuletzt für Einkommen und Wohlstand.

Fuß- und Radverkehrskonzept Hünfelden

Die Gemeinde Hünfelden möchte mit Hilfe des von VAR+ erstellten Konzeptes die Verkehrsteilnahme für Fuß- und Radverkehr verbessern und so die Lebensqualität vor Ort erhöhen.

Die im 2024 erstellten Fuß- und Radverkehrskonzept vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und Verkehrsorganistion werden sukzessive umgesetzt.

  • Zwischen den Ortsteilen sind zwei bis zehn Kilometer weite Wege zurückzulegen

Radverkehrskonzept für die Verbandsgemeinde Montabaur

Die Verbandsgemeinde (VG) Montabaur möchte Radfahren fördern. Dazu lässt sie von VAR+ ein Radverkehrskonzept (RVK) erarbeiten.

Die Bewohnerschaft der VG Montabaurs ist aufgerufen, Forderungen und Wünsche zur Verbesserungen sowie Kenntnisse zu Radverkehrsbedingungen einzubringen. Dazu findet seit dem 9. November 2022 eine Online-Bürgerbeteiligung statt.

VAR+ wird mit diesen wichtigen Infos aus der Bürgerschaft und selbstverständlich auf Basis eigener Erhebungen und Befahrungen mit dem Fahrrad ein Klassifiziertes Radverkehrsnetz VG Montabaur erstellen. Dieses Netz wird alle Verbandsgemeinden verbinden sowie Nachbarkommunen erschließen. Nach Zustimmung zum Netz im Verbandsgemeinderat werden von VAR+ Maßnahmen geplant, die eine das Radfahren fördernde Infrastruktur ermöglichen.

Die Maßnahmenvorschläge können dann unter Einbeziehung von Fördermitteln des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz im Zeitraum von 15 Jahren realisiert werden.

  • Der ICE-Bahnhof in Montabaur ist mittels Brücke mit dem Stadtzentrum verbunden. Der Weg ist als gemeinsamer Geh- und Radweg beschildert, was die Rücksichtnahme Radfahrender auf Gehende fordert.
    Der ICE-Bahnhof in Montabaur ist mittels Brücke mit dem Stadtzentrum verbunden. Der Weg ist als gemeinsamer Geh- und Radweg beschildert, was die Rücksichtnahme Radfahrender auf Gehende fordert.

Foto 1: Uwe Petry, Fotos 2 bis 6: Paul Melia

Nahmobilitäts-Check Weiterstadt

Das Team von VAR+ hat für die Stadt Weiterstadt den Nahmobilitäts-Check durchgeführt. Der Nahmobilitätsplan als Ergebnis der Arbeiten mit intensiver Beteiligung der Bürgerschaft liegt vor und gibt Empfehlungen, wie Gehen und auch Radfahren in Weiterstadt noch besser möglich sein können.

Anhang 8 "Maßnahmensteckbriefe" des Nahmobilitätsplans enthält Lösungsvorschläge, die auch mit einer zeitlich begrenzten Umsetzung Verbesserungen erproben können.

VAR+ entwickelte das Modell der Nahmobilitäts-Wachstumskerne, mit dessen Hilfe die Priorität der verbessernden Maßnahmen bestimmbar ist. Der Bahnhof Weiterstadt ist Nahmobilitäts-Wachstunskern für die Fußverkehrsverbindungen. Hier steigen Menschen in Züge und S-Bahn oder kommen an um dann ihre Wege gehen fortzusetzen. Die Erschließung des Bahnhofs ist für Busse nur mit Zeitverlusten möglich. Zu Fuß lassen sich nach kurzen Atempausewegen die Haltestellen Hallenbad und Dornhecke, die Geschäftsstraße Darmstädter Straße und Wohngebiete erreichen.